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MAHNMAL FÜR SINTI UND ROMA VERWÜSTET |
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Aus "Westendanzeiger" vom 1.8.07, Seite 48
"Mit roher Gewalt"
Zerstörtes Sinti-Roma-Mahnmal: Keine Hinweise auf mögliche Täter
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„Ich schaue jeden Tag nach, ob sie noch da sind.“ Die Künstlerin Regine von Chossy aus dem Westend ist noch immer geschockt. Ihre 16 graublauen Säulenskulpturen lagen eines Morgens auf dem Sinti- und Romaplatz der Theresienhöhe zertrümmert am Boden.
Von Chossy: „Sie wurden mit roher Gewalt zerstört.“ Die Künstlerin ist darüber sehr traurig. „Das war ein schlimmer Schlag für mich.“ Das Denkmal – ein magischer Säulenkreis – war erst kürzlich zur Eröffnung der Stadtteiltage auf der Schwanthalerhöhe enthüllt worden. Initiiert hatte das Stelenrund der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Ludwig Wörner (SPD).
Das mahnende Kunstwerk soll an die erste Deportation von Sinti und Roma am 16. Mai 1940 erinnern. Zwischen 220 000 und 500 000 Sinti und Roma sind nach offiziellen Schätzungen dem Rassenwahn der Nationalsozialisten und dem sich daraus ergebenden systematisch an ihnen begangenen Völkermord zum Opfer gefallen. Mit der „Sinti-Roma-Oase“ will die Künstlerin das Wissen um die Gräueltaten der Nazis wach halten.
Als ein außergewöhnlicher, magisch anziehender Blickfang hatte der in der Sonne blau schimmernde Säulenkreis auf wohltuende Weise das noch grau vorherrschende Einerlei des Neubaugebietes südwestlich vom Bavariapark unterbrochen. Anwohner und Spaziergänger reagierten sehr positiv auf das Denkmal. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschten sich, die eigentlich nur für die Stadtteiltage gedachte Installation möge dauerhaft erhalten bleiben.
Zeugenaufruf
Die Ermittlungen der Münchner Kriminalpolizei führten bisher zu keinen Hinweisen auf mögliche Täter. Auch die Befragung von Anwohnern erbrachte keine neuen Erkenntnisse. Die Beamten der Polizeiinspektion 31 (Westend) waren am 14. Juli darüber informiert worden, dass das Denkmal an der Karl-Sprenger-Straße 11 beschädigt worden sei. Wie dem Pressebericht des Polizeipräsidiums München zu entnehmen ist, stellten die Beamten fest, „dass das auf einer Grünfläche errichtete Denkmal mit dem Namen ‚Sinti-Roma-Oase’ komplett zerstört worden war. ... Eine Zählung der am Boden liegenden Säulen ergab 16, was sich mit dem Gedenkdatum decken würde.“ In der näheren Umgebung, so die Polizei, seien „keine weiteren Sachbeschädigungen oder etwaige Schmierschriften festgestellt worden”. Die Tatzeit müsse, meint die Polizei, zwischen Mittwoch, 11. Juli und Samstag, 14. Juli liegen. Das ergebe sich aus dem, was eine Anwohnerin beobachtet hat. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 143, Tel. 20 10-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Richtig einbetonieren
Regine von Chossy vermutet, dass die leicht zerbrechlichen Stelen vorüberziehende Rowdies animiert haben, sie zu zerstören. An einen rassistischen Hintergrund will sie nicht glauben. Die Künstlerin hat der Furcht und der Ratlosigkeit nicht viel Raum gelassen. „Ich habe die abgebrochenen Stellen restauriert und sie provisorisch wieder aufgestellt.“ Jetzt hofft sie, dass die Säulen möglichst schnell einbetoniert werden können. Es stehe jedoch noch die Genehmigung des Gartenbaureferates aus. Und es fehle Geld. Deshalb sagt Regine von Chossy: „Es wäre toll, wenn sich Sponsoren dafür fänden.“ Die Künstlerin ist froh darüber, dass der Kunstfreund Wörner das Kunstprojekt ideell und organisatorisch nach Kräften unterstützt.
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